Ausstellung Berlin: Noch ist nichts zu sehen

2001
Ausstellung, Galerie WBD, Berlin

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Vom 4. bis zum 19. Mai 2001 ist die Gruppe in der Ausstellung Noch ist nichts zu sehen der Berliner Galerie WBD mit 23 Standfotos und dem zugehörigen Super-8-Film »Ich kann Dich nicht mehr sehen!!!« vertreten.

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Pressemitteilung der Galerie WBD

4. bis 19. Mai 2001

Noch ist nichts zu sehen

Sechs Rumtreiber stellen ihre Arbeiten aus. Etwas vornehmer formuliert kann man die fünf Künstler und eine Architektengruppe auch als künstlerisch interessierte Rechercheure bezeichnen. Sechs Rechercheure die gern flanieren und dies auf unterschiedliche Weisen - in und mit verschiedenen Medien.

Wenn Jan Holger Mauss seine romantisch anmutenden Schwarzweiss-Parkfotografien ausstellt, ist auf den ersten Blick nicht zu sichtbar, dass dies Orte mit Doppelfunktionen sind, die tagsüber als Raum zur Regeneration dienen und bei Dunkelheit von einer schwulen Kultur als sogenannte „Cruising areas“ besetzt werden. Plötzlich liest der Betrachter diese Landschaften als Projektionsflächen und „Tatorte“, entgegen ihrer geplanten urbanen Intention.

Dort wo sich verschiedene Funktionen im urbanen Raum überschneiden setzt auch die Recherche der Architektengruppe And8 an. Sie dokumentiert mit einer Art „Fahrtenschreiber für Fußgänger“, das, was sie die „lebendige Stadt“ nennen, die Überlagerungen und Eingriffe von Bürgern in den Stadtraum.

Christine Molis, zeigt „einfach“ schöne Naturaufnahmen, die ihrer Stimmung indifferent zwischen Blühen und Verblühen, Kunst- und Naturlicht liegen.

Volko Kamensky, führt seinen mehrfach preisgekrönten Film über französischen und belgische Kreisverkehrplastiken und Skulpturen, jenes urbane Niemandsland vor, während im Off Interviews mit den Planern zu hören sind.

»Ich kann dich nicht mehr sehen!!!« – ein bearbeiteter Super-8-Urlaubsfilm der Hamburger Künstlergruppe reproducts, rundet die Ausstellung ab und zeigt das menschliche Antlitz als blinden Fleck.

„Der Blinde Fleck“ ist so etwas wie der Subtext dieser Ausstellung. Der Blick dieser Künstler zeigt verschiedene Arbeitsmethoden die Innenwelt der Aussenwelt zu erforschen, ohne zu psychologisieren, oder in oberlehrerhafte Aufklärungsattitüden zu verfallen.