04.03.2003

Fernsehen als Hypnose

Ein Medium und seine Botschaften

Fernsehmuseum: Mystery-TV

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Hypnose - geheimnisvolle Technik zur Gefügigmachung von Menschen gegen ihren Willen! Die Schöpfer von Trivialmythen waren sofort von dieser bewusstseinsauslöschenden Technik in den Bann gezogen. Abgeleitet von „hypnos“, dem griechischen Wort für Schlaf, war es unabwendbar wie selbiger, dass auch das Fernsehen sich in Morpheus' Schoß begeben musste. Das Fernsehmuseum zeigt drei ausgewählte Betthupferl, die sich ans Thema Hypnose kuscheln.

Aber erinnern wir uns: Bereits seit der Zeit der Aufklärung wurde die Technik der Hypnose als therapeutisches Mittel zur Linderung von Krankheitssymptomen eingesetzt (zuerst durch Franz Anton Mesmer, daher auch „Mesmerismus“genannt). Erst 1843 erhält sie ihren Namen durch den englischen Arzt James Braid, der sie als Anästhetikum bei chirurgischen Eingriffen einsetzt. Mit der Einführung der Narkose und Lokalanästhesie wurden Mesmerismus und Hypnose dann den Spiritisten und Okkultisten überlassen. Christian Science, Theosophie, Swedenborgsche Kreise und viele andere usurpierten die ephemere Technik für ihre Zwecke. Erst Milton H. Erickson (Psychiater in Phoenix, USA, 1901-1980) brachte die Hypnose als therapeutische Heilmethode zurück in die Wissenschaftsgemeinde.

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Die Technik der Hypnose beruht auf einer Konzentration der Aufmerksamkeit und Erhöhung der Einbildungskraft durch eine Fixation des Blickes sowie monotone, sich wiederholende oder paradoxe Sprachmuster oder Geräusche, die im Probanden eine Art leeren Raum erzeugen, der dann mit Fremdsuggestionen gefüllt wird. Die Eignung des Probanden zeigt sich in seiner Fähigkeit, die Fremdsuggestionen in Autosuggestionen und lebhafte Vorstellungen umzusetzen.

Sich drehende Spiralen, starr stierende Augenpaare, pendelnde Uhren und eindringlich-suggestive Stimmen sind die Auslöser, um aus selbstbestimmten Menschen willenlose Werkzeuge finsterer Verbrecher werden zu lassen. Das besondere Interesse gerade des Mediums Fernsehen am Thema Hypnose, so wird manch Verschwörungstheoretiker hervorheben, kommt sicherlich nicht von ungefähr, denn natürlich beeinflusst uns das Fernsehen auf eine nicht zu unterschätzende Weise. Angewandte Hypnose-Techniken wie die Bild-Tonschere (ein Auseinanderlaufen von Bildinhalten und Kommentarton, insbesondere in der aktuellen Berichterstattung), immer schneller werdende Bildschnitte oder in piepsiger Tonlage inhaltsleere Wortkaskaden absondernde Girly-Moderatorinnen versetzen den Zuschauer in einen Zustand absoluter Leere und höchster Empfänglichkeit: nicht irgendwelche politischen Big-Brother-Botschaften und Ideologien werden übermittelt, sondern lediglich die Botschaft des Mediums selbst: Schalt - mich - ein!!!

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Dass im Medium Fernsehen in diversen Formaten das Thema Hypnose immer wieder gern aufgegriffen und in jahrmarkthafte oder phantastische Zusammenhänge gestellt wird, ist, nach unserem Verschwörungstheoretiker zu urteilen, lediglich eine Verschleierungstechnik, um von den eigentlichen subliminalen Botschaften abzulenken.

Das Fernsehmuseum zeigt drei verschiedene Beispiele:

  1. Hypno, die Hypnose-Show mit Manfred Knoke von 1995 auf Pro Sieben, in der die Kandidaten in Trance total blöde Dinge tun, die sie vermutlich zu Hause vor dem Spiegel ohnehin tun
  2. Eine Live-Hypnose über die Mattscheibe von 1994
  3. Eine Folge der TV-Serie Superman, in der der Übermensch mit Hilfe seines Über-Ichs gegen sein Ich ankämpft, das – durch eine Pendel-Uhr ausgelöst – von seinem aus seinem schwefligen Psycho-Sumpf aufgetauchten bösen Es infiziert wurde