02.03.2004

Das Millionenspiel

Der finale Quotenschuss – nichts ist aufregender als das Lebensende!

Fernsehmuseum: Show

heck

Was für Millionen Spiel sein soll, wird im Millionenspiel ein Kampf auf Leben und Tod für den Kandidaten: Über die Bildschirme der Bundesrepublik flimmerte im Oktober 1970 eine der spannendsten und schärfsten Selbstkritiken des Mediums Fernsehen überhaupt.

Dargestellt wurde eine fiktive Spielshow, die sich völlig von allen ethischen Grundlagen der Gesellschaft gelöst hat und als einzigen Inhalt die ohnehin vorhandene Sensationslüsternheit des Zuschauers anheizt.

Durch ein geschicktes Spiel mit der Realität des Fernsehens und der Abwesenheit jeglicher Handlungsbewertungen wurden die Zuschauer auf sich selbst als letzte moralische Instanz zurückgeworfen. Die Reaktionen des Publikums waren mehr als entlarvend.

Dann verschwand dieses Stück deutsche Fernsehgeschichte aufgrund eines profanen Rechtestreits für 32 Jahre in den Katakomben eines Senders. Erst vor kurzem gelang es, die Rechte an dem Stoff neu zu erwerben und den Klassiker wiederaufzuführen. In diesen drei Jahrzehnten hat der Stoff nichts an seiner damaligen Aktualität eingebüßt, eher im Gegenteil.