Ein Hoch auf den Luxus!

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MyHamIsMyBurg.Hamburg

Als damals das, was wir ohnehin schon länger taten, mit der Gründung von reproducts im Jahr 1989 einen Namen und eine konkrete Form bekam, traten wir mit einem Grundsatz an: reproducts arbeitet außerhalb von jeder ökonomischen Notdurft und die Tätigkeiten der Gruppe folgen nur dem, was der Gruppenkonsens aus den inneren Notwendigkeiten gebietet.

Heute, 27 Jahre später, sind wir sehr glücklich, dass wir nie etwas verkaufen wollten – und uns so nie dem Diktat des Marktes ergeben haben. Dadurch war und ist alles, was wir machen, der pure Luxus. Ein Luxus, der in der Kakophonie des Schaffenmüssens, des Am-Ball-Bleibens, der Galerievertragserfüllung, des Sich-gegen-das-Vergessen-in-der-schnelllebigen-Medienvielfalt-Stemmens vor allem eines bedeutet: Schweigen zu können, wann immer man nichts zu sagen hat.

Und wir hätten uns in der Tat nie träumen lassen, dass den Mitgliedern der Gruppe unisono sechs Jahre lang der Text abhanden kommt. Aber genau so ist es. Und so haben wir seit 2010 weder etwas gedacht noch gemacht noch veröffentlicht. Nur das Archiv gepflegt.

Damit ist es vorbei. Genau gesagt eigentlich schon seit Sommer 2015. Den Stein des Anstoßes setzte Curt Sprode, unser Webdoktor. In einem internen Rundschreiben stellte er fest, dass die reproducts-Website entweder vom Netz genommen oder aber komplett neu gestaltet werden muss. „Es macht keinen Sinn, das Wort an die Welt zu richten, und dann alles zu vernuscheln“, so Sprode in seiner Mail. Recht hat er!

Mit der Umstellung von reproducts.de auf Responsiveness wurden dabei auch alle Inhalte einer Prüfung unterzogen. Und damit kam auch das Bedürfnis auf, sich wieder vermehrt zu äußern und zu allem Überfluss, aus dem wir hier schöpfen dürfen, etwas vollkommen Neues zu wagen: reproducts wird etwas verkaufen! Das erscheint uns als das Folgerichtige, wo wir heute in unserer privaten, persönlichen Ökonomie darauf nicht nur philosophisch pfeifen, sondern auch auf keinen Fall angewiesen sind.

Ja, wir wollen etwas verkaufen und wir wollen den Ort loben, der nun schon so lange der räumliche Kristallisationspunkt unserer Tätigkeit ist. So viele Abgesänge auf das Tor zur Welt hat dieses ZDF unter den Städten, das in seiner pfeffersäckischen Krämerseele immer nur „me too“ kennt, schon erlebt. Was für einen Braindrain haben wir die letzten 27 Jahre in die neue Hauptstadt erlebt. Ein Sog, den wir begleitet und dem wir doch immer widerstanden haben, denn wir wollten nie in Beuystown, wo jeder Dutt ein Künstler ist, unser Basislager aufschlagen. Wir brauchen den harten, kalten Wind von vorn, der die ökonomische Verweigerung missachtet und ihre ausübenden Anhänger auf den steinigen Weg schickt.

Hier denken wir, hier arbeiten wir, hier reden wir, hier schweigen wir.

Darum sagen wir:

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Und dieses Statement kann man – wie es sich für eine Kaufmannsstadt gehört – selbstverständlich kaufen und die so erworbene Überzeugung anziehen. Als T-Shirt-Motive auf Schwarz oder Weiß, in den Größen S, M, L und XL bzw. M und L.

Und hier sind die Motive anzuschauen – und zu bestellen: MyHamIsMyBurg.Hamburg

Außerdem liegen die T-Shirts auch bei Under Pressure im Schanzenviertel aus.

Ansonsten werden wir unter reproducts.de wieder mehr am öffentlichen Diskurs zu Fragen der Zeit, des Woher und Wohin, und vielleicht sogar des Warum teilnehmen.

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