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Ausstellung Berlin – Galerie WBD

2004
Ausstellung, Galerie WBD, Berlin

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Am 10. September eröffnet die Galerie WBD in Berlin die Gruppenausstellung Editionen. Sämtliche Künstler, die jemals in der Galerie vertreten waren, sind an dem Projekt beteiligt. Bedingung ist, eine Edition eines Werkes in einer Auflage von mindestens 30 Stück zu erstellen. reproducts nimmt mit einer speziell gefertigten Edition »Viele Grüße – ich muss Schluss machen« aus der REPROPOST-Kollektion teil und stellt damit das neue Webshop-Angebot der Öffentlichkeit vor.

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Todesboten

1994
Schwarzweiß-Video, 5 Minuten

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Kommissar Keller, Harry, Robert, Walter und die negativen Aspekte der Kripoarbeit: Wir beobachten diese Routiniers der schlimmen Botschaft bei der Erfüllung ihrer Pflicht

Der Kommissar und seine Gehilfen kommen an die Tür: „Ihr Mann / Sohn / Freund ist erschossen worden.“ Fassungsloses Entsetzen auf Seiten der Hinterbliebenen. Sie können den Satz nur bruchstückhaft wiederholen: „Erschossen, sagen Sie?!“ Durch die Bestätigung wird die schreckliche Nachricht zur Wahrheit: „Ja, erschossen.“ Boten und Empfänger der vernichtenden Nachricht geraten dabei in eine Kommunikationsspirale über die Verneinung des Seins, die in einen nihilistischen Taumel mündet.

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Ausstellung Hamburg – Für Digger

1991
Ausstellung mit Tafelbildern, Installationen und Performances
BP-Zentrale, Hamburg

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Die Ikone der Übergangenen…
Digger Barnes – ewig unterlegener Gegenspieler des Ölbarons Jock Ewing

Die jährlich stattfindende Gruppenschau neuer Kunst in der Zentrale der Deutschen BP-Aktiengesellschaft ist die erste Aktion der Gruppe in diesem klassischen Kunst-Sektor.

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01.05.1989

Gründung

1989, Tötensen bei Hamburg
Konstituierende Sitzung von 5 Personen

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Die anstehende Vollendung des ersten gemeinsamen Projekts, »Alles Neu« (ein Werbefilm für den Versandhauskatalog Die Moderne Hausfrau, führt zu nicht bedachten Problemen.

Die bis dahin noch namenlose Gruppe von Einzelpersonen muss eine Diskussion über den Umgang mit der Urhebernennung führen. Im Laufe der Auseinandersetzung kristallisieren sich die gemeinsamen Ansätze und Absichten der Beteiligten heraus - allerdings auch die Unterschiede. Um gemeinsam reibungsfrei weiterzuarbeiten, wird ein (s.u.) formuliert, dass eine Richtschnur für die Zukunft gibt. Der Name reproducts mit dem Motto „Vertrauen durch Sicherheit“ bedeutet den kleinsten gemeinsamen Nenner für alle Beteiligten und dient seitdem als Dach für die verschiedenen Produkte und Auftritte. Abweichende Projekte werden von den Mitgliedern unter anderen Namen veröffentlicht.

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Das reproducts-Konzept, wie es am 1. Mai 1989 in Tötensen formuliert wurde:

„Ziel von reproducts ist es, durch die Wiederverwertung oder Aufarbeitung von vorhandenem medialen Material kollektive Traumata in persönlichen Schicksalen freizulegen, um diese für eine Allgemeinheit erkennbar und erlebbar zu machen.“

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23.11.1987

Vorspiel

1987, München
Performance von 10 Personen ohne Zuschauer
aufgezeichnet auf VHS-Video, ca. 120 Minuten

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Hans Rosenthal hätte als Junge gern bei Hertha BSC Fußball gespielt,
Juden war das in Nazideutschland jedoch verboten

Das Privatfernsehen hatte gerade erst begonnen. Es war noch die Zeit, in der TV-Sendungen kollektive Ereignisse darstellen konnten. Und das nicht nur als Übertragung einer Fußball-WM, sondern als Krimi oder Fernsehshow. Dalli Dalli! war so eine Sendung. Eine Rateshow mit Prominenten, die heute unvorstellbare Einschaltquoten von 90% erreichte. Praktisch jeder schaute also am Donnerstag dieses „Ratespiel für Schnelldenker“, moderiert von Hans Rosenthal. Auch einige spätere reproducts-Mitglieder saßen damals gebannt vor der Kathodenröhre. Aber erst sehr viel später sollte ihnen bewusst werden, welche Rolle dieser Mann im postfaschistischen Deutschland wirklich spielte. Was für einen unbedingten Wunsch zur Versöhnung einen offensichtlich sehr großherzigen Menschen da trieb, der scheinbar nichts lieber wollte, als mit anderen, meist fremden Menschen ein bisschen Zeit mit lustigen Spielereien zu verbringen. Das alles nachdem er, der Jude Hans Rosenthal, die letzten Kriegsjahre von zwei mutigen Frauen in einer Berliner Kleingartensiedlung versteckt worden war. Dort hockte er in einer Gartenlaube und sprang bei jedem verdächtigen Geräusch in ein gut getarntes Erdloch, um nicht doch noch den Häschern der Gestapo oder denuziatorischen Nachbarn in die Hände zu fallen. Sein Ende in der menschenbetriebenen Mordmaschine des faschistischen Deutschlands wäre besiegelt gewesen .

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Für uns der absolute Star am Himmel der deutschen TV-Unterhaltung: Hans Rosenthal

All dessen sind sich die Beteiligten damals, 1987, durchaus bewusst gewesen. Und so ist es ein wahrhaft trauriger Tag, als die Nachricht von Hans Rosenthals Tod morgens zunächst in Rosenthals Heimat-Medium, dem Rundfunk, dann in der Presse und abends schließlich im Fernsehen verkündet wird.

Am 10. Februar treffen sich darauf hin spontan (und das heißt hier durch Telefonate vermittelt, meistenteils mit Schnurtelefonen geführt – BTX hatten nicht alle Teilnehmer und das Internet stand sowieso noch nicht zur Verfügung) zehn Personen in einer Münchner Fabriketage, um eine Dalli Dalli!-Show aus ihrer gemeinsamen Erinnerung nachzustellen. Wie sich später herausstellt, ist aus Teilen dieser Konstellation knapp zwei Jahre später die Gruppe reproducts hervorgegangen.

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