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01.06.1999

Essen Angst Dalli Dalli auf?

… die bewegende Begegnung zweier Kultur-Giganten

Fernsehmuseum: Show

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Wir schreiben das Jahr 1974: Dalli Dalli! ist bereits fester Bestandteil des Donnerstagabend, und Hans Rosenthal gilt als der beliebteste, sympathischste und unarroganteste Showmaster des deutschen Fernsehens. Alle Größen aus Fernsehen, Theater, Politik, Funk und Film sitzen bei ihm hinter den Ratepulten. Da ist es selbstverständlich, dass auch ein junger, eigenwilliger Regisseur, der für soviel Aufsehen sorgt, eingeladen wird. Wie ein Konfirmant sieht er aus, der Schöpfer von »Liebe ist kälter als der Tod«. Das liegt nicht nur an seinem alten Konfirmationsanzug, Rainer Werner Fassbinder hat ein noch so kindlich offenes Gesicht, dass sein Ratekollege aus dem „Team Textbuch“, Wolfgang Spier, dagegen wie Methusalem aussieht. Was sich nun abspielt, sucht seinesgleichen in der Showgeschichte. Zwei Exponenten der Unterhaltung gehen ganz vorsichtig aufeinander zu. Rosenthal, der bekennende Republikaner, der Jude in Deutschland, der trotz allem oder gerade deswegen hier ist und seinen Verfolgern von einst unbeschwerte Stunden beschert. Fassbinder, das sogenannte „Enfant terrible“ der Theater- und Filmszene, der mit seinen Produktionsmethoden, seinen Themen und seinen Inszenierungen der wichtigste Impulsgeber für das deutsche Kino der Nachkriegszeit ist. Man sieht, wie Rosenthal sich innerlich ängstlich fragt, ob der verrückte Jungspund ihm hier seinen fröhlichen Reigen stören wird. Gleichzeitig ist er voller Respekt gegenüber Fassbinders ungeheurer Schaffenskraft. Der wiederum ist geradezu dankbar gerührt, hier dabei sein zu dürfen, denn er zollt Rosenthal mindestens ebenso großen Respekt für seine Kunst, zu unterhalten.

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03.11.1998

Lass mir meine lila Sonne

Drogenexzesse in TV-Serien

Fernsehmuseum: Serien: Muster

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Die Archivschnüffler von reproducts wären beinahe ohnmächtig geworden - so schwer und süßlich zieht der Haschdunst durch Serien wie Percy Stuart oder Okay Sir. Aber nicht nur in den 70er Jahren war das Thema Drogen Stoff für zahlreiche Vorabendserien. Auch die 90er haben mit den "Simpsons" fortgeschrittenere psychedelische Stadien zu bieten.

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Leb wohl, Derrick!

1998
Filmvorführung und Performance parallel in Hamburg und München

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Am 16. Oktober 1998 um 20 Uhr 15 gilt es erneut, einer Fernsehlegende das letzte Geleit zu geben: Stephan Derrick verschwindet in der Dunkelheit, ohne einen Blick zurück auf den ihm folgenden Feuer-und-Schwefel-Regen des Verbrechens zu werfen. Im Hamburger Metropolis Kino wird nach der Live-Übertragung der letzten Derrick-Folge Raum für spontane Kondolenzen vor der Leinwand-Krypta gegeben, während »Die 3 F – Ferbrechen, Fahndung, Fiesta!« als Schleife läuft.

Ausstellung Basel: Fernsehen für alle

1998
Ausstellung mit Installation und Performance in Basel, Kunstverein

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Vom 14. bis zum 21. August findet im Kunstverein Basel die von Andreas Baur kuratierte Ausstellung Fernsehen für alle statt. Die »Erfahrungs-Kollektion« begegnet hier mit »XYZ« der 1997 begonnenen dokumentarischen Langzeitbeobachtung des Pfahlsitz-Wettbewerbs im Heidepark, Soltau.

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Basler Zeitung vom 13. August 1998
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Kyberkur in Bad Lux

1997
Die virtuelle Kur am Computer – eine CD-ROM-Anwendung für Mac und Windows

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Die polnische Kur-Krankenschwester – gesprochen von Mariola Brillowska – wartet bereits in Bad Lux auf Sie…
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Unsere immer schnelllebigere Zeit fordert ihren Tribut: Herz-Kreislauf- und vor allem psychische Erkrankungen breiten sich in der gesamten Gesellschaft aus wie ein Krebsgeschwür. Alle leiden an Schlafstörungen und sind ausgebrannt. Die dadurch entstehenden Kosten für die Behandlung und die Arbeitsausfälle explodieren. Was liegt da näher, als die Instrumente, die uns diese exponentielle Beschleunigung unserer Lebenswelt bescheren, auch zu ihrer Linderung oder gar Beseitigung zu nutzen – allen voran der Computer!

Die »Kyberkur in Bad Lux« ist der erste große Schritt der der KKKK, der Kranken Kassen Kur Kooperative, um diesem Problem Herr zu werden. Nach einem eingehenden Gesundheitstest wird die Kurbedürftigkeit des Patienten festgestellt. Danach führt eine virtuelle Busfahrt quer durch Deutschland, vorbei an den schönsten Sehenswürdigkeiten des Landes. Dieser Teil dient nicht allein der Informationen – hier beginnt bereits die Entspannung. In Bad Lux empfängt den dann schon weniger gestressten Menschen die persönliche Betreuerin: eine polnische Krankenschwester, die bereits den Gesundheitstest durchgeführt hat. (Aus Kostensenkungsgründen kommen für die Kyberkur nur osteuropäische Pflegekräfte in Frage.) In Bad Lux selbst hat der Patient die Möglichkeit, in aller Ruhe den Kurort zu erkunden und vielfältige zwischenmenschliche Begegnungen zu haben. Kern der Kur sind selbstverständlich die Besuche beim Kurarzt mit der anschließenden einzigartigen und nur für die Kyberkur entwickelten Lichttherapie. Denn Licht ist Leben und die Urquelle aller Heilung, wie schon Hippokrates wusste.

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Im Grunde handelt es sich bei der Kyberkur in Bad Lux um ein insgesamt achtstündiges bebildertes Hörspiel. Der User tritt dabei in körperliche Interaktion mit seinem PC oder Mac. Der mit der CD-ROM mitgelieferte Messfühler – ein kleiner Saugnapf, der mit Speichel befeuchtet am Handgelenk angelegt wird und dann über den Mikrofoneingang mit dem Rechner verbunden wird – nimmt Daten an der Haut des Heilungsuchenden ab und ermittelt zusammen mit den anderen Angaben in den Multiple-Choice-Fragebögen den Kur-Koeffizienten der Person. Danach richtet sich später die Art der Lichttherapie. Die Personen, die der Kurende in Bad Lux trifft, sind ein ganz eigenes Völkchen. Jeder, dem man hier begegnet, kreist nur um sich selbst und textet den Kurenden gnadenlos zu. Eine Behandlung nach dem Ansatz der inversen Psychotherapie, die den Patienten unter dem Redeschwall seines Gegenübers schließlich ganz auf sich und seine eigenen Traumata zurückwirft, um den Weg zur Katharsis zu öffnen. Nach acht „Bad Lux“-Tagen kehrt der Kurende gestärkt auf den Stuhl vor seinem heimischen Computer zurück.

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Der einzigartige Kyberkur-Messfühler verbindet den Menschen mit der Welt des Computers

Ende September 1997 erscheint beim Rowohlt-Systhema Verlag in München die bisher aufwendigste Produktion von reproducts. Material aus über 10 Jahren des Sammelns und Verwertens destillierten die Mitarbeiter in die revolutionäre Therapieform der Kyberkur. Mit der Musikbegleitung von Felix Kubin. Durch das Programm führt die unvergleichliche Mariola Brillowska als – kostengünstige – polnische Krankenschwester. SchauspielerInnen wie Mauretta Heinzelmann, Holger Mahlich, Carla Becker, Franz Winzentsen, Angelika Wockert oder Bernhard Schütz, neben vielen anderen, leihen den gestörten Mitmenschen, denen man in Bad Lux allorten begegnet, ihre Stimme.

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05.08.1996

Im Spiegel

1996
Pressebericht

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Am 5. August 1996 veröffentlicht Der Spiegel im Gesellschaftsteil auf einer Seite ein Porträt der Gruppe und ihrer bisherigen Arbeit.