05.02.2018

Im Bann von Bibi Blogsberg

Fernsehen, Internet und Fauler Zauber

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 5. Februar 2018, 20 Uhr

iday

Wir schreiben das Jahr 1996. Dieses Mal werden auf Fernsehfriedhof.de uralte TV-Leichen exhumiert, die sich mit dem damals noch ganz neuen Internet beschäftigen. Auf dem Lerchenberg geht T-4 vor der Jahrtausendwende ein TV-Magazin an den Start, das den Zuschauern dieses wundersame Internet näherbringen soll. Bewaffnet mit einem 100 MHz PC und dem damals gebräuchlichen Browser (Netscape Navigator) geht es hinein in die – damals noch etwas weniger unendlichen – Weiten des World Wide Web. Ups, jetzt haben wir schon die Antwort für das Gewinnspiel der Sendung verraten, das nämlich fragte, wofür „WWW“ steht. Egal. 2001, wieder auf dem Lerchenberg, steht bereits der gesamte Fernsehtag im Zeichen des Internets – es ist der erste iDay. Das arme, junge Internet! In nur sechs Jahren vom Findelkind zur toten Cracknutte im Kofferraum eines Formel-Eins-Boliden. Und daran ist nicht Crystal (und auch nicht Krystle Carrington) schuld, sondern Kai Böcking und die ganze Truppe der offenbar ewig beäbbelwoiten Mainzer Fernsehmacher. Denn wenn das Web dazu dient, die „Zuschauer und User“ abstimmen zu lassen, welche Krawatte der Nachrichtensprecher heute in der Hauptsendung tragen soll, ahnen wir bereits, was wir jetzt nur zu gut kennen: den Daumen-Terror der gelikten Realität. Aber keine Sorge, das lässt sich noch steigern. Mit einer lebenden toten Cracknutte aus dem Spiegel-Kabinett der Influencer-Kranken. Die zeigt 2017 – tss, schon wieder vom Lerchenberg aus gesteuert! – wie uns die sozialen Medien manipulieren. Mit Hilfe einer TV-Sendung, die so derartig langsam, retro und manipulativ daherkommt, dass sich eine XY-Sendung aus den 70ern dagegen wie die Verkündung der ewigen Wahrheiten mit 180 bpm anfühlt. Davon kann man natürlich nur Ausschnitte zeigen, denn wir tragen schließlich eine Verantwortung gegenüber den Teilnehmern an der Formung der Sozialen Plastik Fernsehfriedhof.de – alles andere wäre körperliche und seelische Grausamkeit! Dennoch interessant ist, was uns diese Sendung über den gesellschaftlichen Stellenwert der verschiedenen Medien erzählt. Und vor allem welche Macht Fernsehen auch heute immer noch hat …

Postcard Edition Berghain V - Postkarten-Edition Berghain 5

2016
Postkarten-Set à 3 Stück mit 1 Motiv
Auflage 1500 Stück

bhpk_2017_18_front

Nach dem "Black Whole" von 2016 wollten Ades Zabel und reproducts es diesmal richtig bunt treiben. Was Unwissende jedoch für illegales Pappmaterial halten, ist dem aufmerksamen Besucher wohlbekannt. Um die Vernichtung des Moments durch fotografisches Ablichten zu verhindern, werden am Eingang die Handy-Kameras mit bunten Aufklebern überdeckt. Ein nur scheinbar rein symbolischer Akt, denn diese Maßnahme wirkt sehr gut - es wird seitdem praktisch nicht mehr im Berghain fotografiert und gefilmt. So geht es dieses Mal um das Sehen und das Nichtsehen. Ebenso wie das Draußen und das Drinnen. Also dreht sich am Ende wiederum alles um die Tür.

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04.12.2017

Death Hacks

Fiktionen und ihr Verfallsdatum

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 4. Dezember 2017, 20 Uhr

village

Auf dem Fernsehfriedhof.de findet ein Wettrennen statt! Wir lassen zwei Varianten der Fiktion gegeneinander antreten, um zu schauen, welche davon heute noch am besten mit uns Achterbahn fährt. Denn das ist seit Menschengedenken die Formel 1 aller Erzählungen: Fiktion! Im Epos, der Sage, der Religion, um uns unterhaltsam die Welt zu erklären – im Roman, im Film, in der Serie, um uns vielleicht einen Teil der Welt zu erklären, aber vor allem, um uns zu unterhalten. Interessant wird es besonders, wenn in der Fiktion selbst eine Fiktion erschaffen wird. Im roten Carrera-Flitzer lässt bereits Kobra, übernehmen Sie die Reifen qualmen. In der Folge „Da capo“ von 1971 wird William Shatner betäubt, chemisch auf jung getrimmt und entsprechend geschminkt in die vermeintliche Stadt seiner Jugend zurückversetzt, um ihm ein Geständnis für einen 30 Jahre zurückliegenden Mord zu entlocken. Dabei kommen rein analoge Hilfsmittel zum Einsatz – es ist die Zeit vor CGI und allen sonstigen digitalen Tricks. Wird sich diese Fiktion in ihrer Haltbarkeit – ihrer Glaubhaftigkeit – gegen den gelben Flitzer von Nummer 6 – The Prisoner behaupten können? In der Folge „Hammer oder Amboss“ von 1967 wird auf jegliche Requisite verzichtet. Die Fiktion, die Nummer 6 für seinen Gegenspieler baut, existiert einzig und allein in dessen Vorstellung. Und damit auch in der der Fernsehfriedhof.de-Besucher von heute.

Generation Y

2017
Postkarte
Archiv reproducts

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... im Aufbruch zu dem Marsch durch die Institutionen ihrer Großeltern.

Brötchentütendesignkritik

Ton/Bild-Serie für Multimedia-Performance

01

Das Frühstück heute im Kurhotel noch schlimmer als die letzten Tage:
komplett ungenießbar, selbst der Kaffee angebrannt.
Deshalb schnell auf ein Brötchen zum nächsten „Bäcker“, vor meiner ersten Anwendung heute.

Im Bäckerladen natürlich das nächste Desaster: die Brötchen zwar einigermaßen o.k., aber als ich dann die Tüte sehe, ist ein für alle Male Schluss. Ich atme dreimal langsam ein und noch langsamer wieder aus, um in meinen Dozenten-Modus zu wechseln. So wie in meinen Vorlesungen an der Creative School of Excellence in Wuppertal. Extreme Ereignisse fordern extreme Maßnahmen. Sich aufregen und pöbeln bringt hier nichts, diesen Leuten muss mal jemand von Grund auf erklären, wie der Hase läuft!

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05.06.2017

LSD wird 74

Der Fernsehfriedhof.de feiert die Ausschüttung des Heiligen Geistes

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 5. Juni 2017, 20 Uhr

LSD – drei Buchstaben, die für einen radikal neuen Blick auf das Universum stehen. 74 Jahre ist es nun geworden – ein Alter, wo andere längst in Rente sind und auf ihren vier Buchstaben sitzen. Doch mitnichten klappt dieses Molekül seine Kohlenstoffringe zusammen wie einen mottenzerfressenen Chapeau Claque – im Gegenteil, dem Schweizer Chemiegenie Albert Hofmann zufolge steht uns das ganz große Zeitalter der psychoaktiven Bewusstseinserweiterung noch bevor! Ein bisschen davon ahnte er wohl bereits am 19. April 1943, als er auf seinem Fahrrad vom Labor nach Hause ab– und gleichzeitig in seinem Gehirn, seiner Seele und seinem Herz das LSD einfuhr. Die Erfindung des Rades für das Denken.

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Um sich dem Phänomen in gebührendem Respekt zu nähern, zeigt die Soziale Plastik Fernsehfriedhof.de zunächst ein Interview mit Albert Hofmann, das er zu seinem 100. Geburtstag über sein Leben nach der Geburt seines Wunder- und Sorgenkindes gegeben hat.

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