No Brexit From Laughter

Die einzigartige Comedy der Julia Davis

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 4. Februar 2019, 20 Uhr

nobrexit

Die Comedy-Szene der britischen Inseln, im Video wie auf der Bühne, ist legendär. Jedem wird sofort Monthy Python einfallen, dem (etwas) jüngeren Publikum eventuell noch Little Britain und ein paar ganz verrückten Lachsüchtigen sogar The League of Gentlemen. Aber heute wird die Soziale Plastik des Fernsehfriedhof.de demonstrieren, dass es jenseits von Jennifer Saunders oder Margaret Rutherford noch eine andere ganz große Frau gibt: die seit 1994 über die Insel irrlichternde Julia Davis. Es wundert nicht, dass Davis zunächst in Zusammenhang mit einem Chris Morris oder einem Charlie Brooker auftaucht, um in die auch dort von Männern dominierte Welt vorzudringen. Schließlich hatte sie auch das Praktikum in „Schwarzer Humor“ mit besonderem Sarkasmus absolviert, in der mündlichen Prüfung jede Hemmschwelle ignoriert sich bald in der Abteilung „Witze für Fortgeschrittene“ unentbehrlich gemacht. Dort übernimmt sie mit der berühmt-berüchtigten Serie Nighty Night die Leitung dieser Abteilung – ggf. auch ohne jeden Lacher. Überhaupt ist das mit dem „normalen“ Lacher bei der Frau Davis so eine Sache. Ihre punktgenauen Tiefschläge lähmen leicht jeden Reflex des Zwerchfells und die nach Luft gierenden Lungen füllen sich nach innen mit Tränen. Dem rasanten Aufstieg steht das aber nicht im Wege. Seit 2016 macht Julia Davis (beinahe) alles allein – in Personalunion aus Creator, Writer, Director und Leading Woman. Zunächst für die Mini-Serie Camping und in 2018 für Sally4Ever. Aber wer – außer Julia Davis – sollte das auch sonst machen?!

¡ABRAKADABRA!

von Trash-TV zu Fernsehgold
… eine wundersame Verwandlung

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 7. Januar 2019, 20 Uhr

abrakadabra

Es war ein einmal … im Jahr 2017, da lief eine „neue“ Krimiserie an, bei der man wieder einmal herzzerreißendes Mitleid mit den Fernsehschaffenden in Deutschland bekommen konnte. X-mal hatte man das schon gesehen, diese bemühte Mischung aus Monk und Dr. House und Sherlock und ihrem Vorfahren Fitz – diesen … nennen wir ihn hier mal „Professor D“. Ein frankensteinsches Ermittler-Monster in Miniaturausgabe, dem leider nur jeder lebendig-kreative Funke fehlte. Pure Sendezeitverschwendung und nicht einmal der namenlosen Urnenfeld-Bestattung auf dem Fernsehfriedhof.de würdig. Doch dann passiert etwas Unglaubliches! Der Autor der Serie wird gewechselt und plötzlich wird dieses Abziehbild eine dreidimensionale Figur mit glaubhafter Tiefe. Und obendrein bewahrheitet sich wieder einmal der Satz, dass jede Kette so stark ist wie ihr schwächstes Glied. So wirkt die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers auf einmal wieder, wie von ihm gewohnt – als Sidekick von Pastewka oder Engelke: grandios. Die Idee ist endlich eine Figur geworden. Genauso erstaunlich wandelt sich deren Umgebung: Kamera, Schnitt, Musik-Einsatz sind nun von mitunter epischer Wucht. Alle Beteiligten sind mit den neuen Büchern immens gewachsen. Lange nicht gesehen im deutschen TV! Diese Macht der Autoren kann man nicht oft genug betonen. Hier werden die Weichen gestellt. Die Soziale Plastik des Fernsehfriedhof.de lädt daher ein, Zeuge zu werden, wie im Jahr 2018 ein Alchemistentraum wahr wurde. Und das soll uns ein goldenes Menetekel für das Fernsehjahr 2019 sein!

Krëëpy Ëastgërman Pïkturës

DDR-Darstellungen im englischsprachigen TV

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 3. Dezember 2018, 20 Uhr

ddr

Bei Mission Impossible bzw. Kobra, übernehmen Sie! – Kult-Klassiker der späten 60er und Vorlage für die Kinofilme – genügte es, dass an den Wänden des vorgeblichen Ostberlins Schilder mit möglichst vielen Ks, Ös, Üs und Äs auftauchen, um dem polyglotten amerikanischen Zuschauer sofort zu signalisieren, dass wir uns in Deutschland befinden. Das hart wie Hacken knallende K und die Umlaute liegen im englischsprachigen Raum bis heute auf dem gleichen hohen Klischee-Level wie das Konterfei Hitlers oder bajuwarische Beinkleider an zipfelmützigen Bierkrugstemmern. Soooo German! Weil das sehr lustig anzuschauen ist, zeigt die Soziale Plastik des Fernsehfriedhofs einen dieser Ausflüge hinter den Eisernen Vorhang jeder Vorstellungskraft.

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Zufall oder Programm

Die Vergangenheit von Zukunftsvisionen

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 5. November 2018, 20 Uhr

computervisionen

Als der Mensch den Computer erfand, ging es von Anfang an nicht nur um die Erleichterung der Erbsenzählerei von Schlotbaronen und Pfennigfuchsern. Vielmehr träumte man davon, aus den Ariadnefäden der Vergangenheit ein Muster für die Zukunft weben zu können. Zwei Fiction-Dokus und ein Abenteuer von Dr. Kimble auf der Flucht zeigen uns drei verschiedene TV-Träume der letzten 40 Jahre aus der Welt von gestern für die Welt von morgen vor, die heute schon Vergangenheit ist.

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25.07.2018

Autonomes Fahren

2018
Postkarten-Vorlage
Archiv reproducts

denial_abstreit

Someone is now on the way into denial ...

Kunst im Fernsehen

… von Nahem betrachtet …

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 7. Mai 2018, 20 Uhr

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Kunst interessiert und fasziniert die Menschen seit der Höhle von Lascaux, als das Fernsehen noch aus Finger-Schattenspielen an Höhlenwänden bestand. Kein Wunder also, dass sich das uns bekannte Fernsehen immer wieder mit dem Thema Kunst beschäftigt. Aber es sind nicht die Magazinsendungen, die hier im Fokus stehen, sondern die etwas elaborierteren Versuche, diesem Mysterium auf die Schliche zu kommen. In der sozialen Plastik FERNSEHFRIEDHOFE.de werden darum diesmal ein paar ältere Gebeine exhumiert. Da wären zunächst die Waltons, die in ihrer epischen Saga praktisch jedes Thema abgebildet haben. Diesmal will Olivia Künstlerin werden. Aber verträgt sich das mit dem Alltag in Waltons Mountain? Vielleicht hätte sie vorher Peter Lustigs „Löwenzahn“ sehen sollen, wo ihr in 20 Minuten gezeigt wird, wie man Künstler wird. Oder wäre es vielleicht in einer Parallelexistenz als Großfamilienmutter und Aquarellista in der poshen Kunstszene möglich gewesen? Dann hätte ihr Rudi Carrells „Lass Dich überraschen“ ebenso eine „echte“ Ausstellung organisiert, wie das der Wunschtraum der Kandidatin dort ist. Mit allem Drum und Dran – sogar einer Vernissage mit echten VIPs! So viel Träumerei und Fiktion verlangt eine Brechung: Die gibt uns der Realitätflash in Form der Rede von Wolfgang Schäuble vor dem deutschen Bundestag anlässlich der Frage, ob der Reichstag in Berlin nun von Christo verhüllt werden darf oder nicht …

loewenzahn