Zufall oder Programm

Die Vergangenheit von Zukunftsvisionen

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 5. November 2018, 20 Uhr

computervisionen

Als der Mensch den Computer erfand, ging es von Anfang an nicht nur um die Erleichterung der Erbsenzählerei von Schlotbaronen und Pfennigfuchsern. Vielmehr träumte man davon, aus den Ariadnefäden der Vergangenheit ein Muster für die Zukunft weben zu können. Zwei Fiction-Dokus und ein Abenteuer von Dr. Kimble auf der Flucht zeigen uns drei verschiedene TV-Träume der letzten 40 Jahre aus der Welt von gestern für die Welt von morgen vor, die heute schon Vergangenheit ist.

Dr. Kimble ist Mitte der 60er Jahre bereits eine ganze Weile auf der Flucht. Kommissar Gerard ist verzweifelt – immer wieder schlägt ihm der verurteilte Mörder ein Schnippchen. Ein Computer schließlich – eine jener Hollerithmaschinen mit Lochkarten aus der Zeit vor dem PC – soll aus Kimbles bisherigem Fluchtweg berechnen, wo er sich zur Zeit wohl aufhalten wird. Kein Mensch konnte da ahnen, dass Menschen 50 Jahre später Kommissar Gerard all diese Infos live rübersnappen würden! Aber 1966 schlägt dieser Versuch natürlich fehl, denn die Serie huldigt dem Ideal des freien Willens eines Menschen, der sich in kein Schema pressen lässt – Kimble ist eben im wahrsten Sinne des Wortes unberechenbar.

Zwei klassische Lerchenberger Äbbelwoi-Trip-Produkte ergänzen in Form von Fiction- Dokus die Vorstellungen der Möglichkeiten in der schönen neuen Computerwelt auf „wissenschaftliche wie spielerische Weise“. In einer Phantasie aus dem Jahr 1972 wird fabuliert, wie unserer Lebens- und Arbeitswelt im Jahr 2000 wohl aussehen wird. Im Jahr 2006 passiert es erneut auf dem Lerchenberg und es wird wieder – nach einer kollektiven Epiphanie durch ZDFKantinenwarmhaltebeckenwasser-Binging – in die Zukunft geblickt, in der wir jetzt bereits leben ...