× Filter »DDR«
03.04.2001

Mach mit, mach's nach, mach's besser

Ein Klassiker des DDR-Kinderfernsehens

Fernsehmuseum: Show: Kinderfernsehen

machs_besser_1

Der Sonntagvormittag gehörte Addi und seinen Kumpanen – den Schülern polytechnischer Schulen der klassenlosen Gesellschaft – die sich hier klassenweise zum Messen ihrer Kräfte trafen. Mach mit, mach's nach, mach's besser war ihr Motto, das nach der Wende bald niemand mehr in den Mund nahm. Das Fernsehmuseum zeigt eine der letzten Ausgaben dieses Turnbeutel-Klassikers, die wie Magnesiumkalk auf der Zunge liegt. In einem verzweifelten Versuch, die Wiedervereinigung auch in den Turnhallen nachzuspielen, kam es zum Wettkampf zwischen Grevesmühlen und Bad Segeberg. Dass da der Chefindianer der DDR nicht fehlen darf – Gojko Mitic – ist selbstverständlich.

Von Knisterpolyester-Adi wollen wir hier lieber gar nicht reden…

fm_machs_besser_2

Im Anschluss nach diesem unerlaubten Barren der Zuschauer gibt die Kinder-Phantasie-Anregungssendung Wie wär's Tipps, wie man sozialistische Fotos macht.

fm_machs_besser_3

FM: DDR: »Spalier der Lebensfreude«

1999
Das Fernsehmuseum als Soziale Plastik im Lichtmesz-Kino, Hamburg

parade

Zum Gedenken an den zehnten Jahrestag des Verschwindens eines ganzen Landes und seiner Fernsehkultur veranstaltet die Gruppe eine Feierstunde im Lichtmesz-Kino, Hamburg, unter dem Titel: »Das Spalier der Lebensfreude«*. Am 3. Oktober 1999 werden nach dem kollektiven Anschauen der 1.-Mai-Parade von 1989 die wertvollsten Mitschnitte aus dem reproducts-Archiv dem Publikum vorgestellt. Darunter diverse Folgen der Aktuellen Kamera, der Nudelkochkurs der Kindersendung Wie wär's, Mach mit, mach's nach, mach's besser und selbstverständlich der Klassiker English For You mit den Folgen »Preparing a Demonstration« und »Karl Marx in London«.

*der TV-Kommentator von DDR 1 über die 1.-Mai-Parade in Ostberlin angesichts der über die Karl-Marx-Allee strömenden Massen der Werktätigen

Der lange Marsch / I wie Ikarus

1997
Video, 3 bzw. 14 Minuten

marsch
Der lange Marsch, Klaus Bosseck
ikarus
I wie Ikarus, Frank Rudek
Nur der tiefe Glaube an die Möglichkeit des Unmöglichen kann einen
Menschen veranlassen, bei Windstille einen Drachen steigen zu lassen

Im Jahr 1997 bricht eine neue Ära an: Das Stichwort heißt „Diversifikation“. Die Materialflut reißt nicht ab und das Archiv platzt aus allen Nähten. reproducts erlaubt von nun an ausgewählten Personen, das Archiv zu nutzen und eigene Produkte zu fertigen. Zwei Früchte dieser Öffnung sind der strukturelle Kurzfilm des jungen Fernstudenten Klaus Bosseck aus Bitterfeld mit dem Titel »Der lange Marsch« und das Musikvideo »I wie Ikarus« von Frank Rudek, Regieassistent aus Fürstenfeldbruck.

(Weiterlesen …)

Vorwärts, freie deutsche Jugend

1996
Video, 4 Minuten
Regie: Guido S. Weihermüller
Kamera/Licht: Hilmar Mehnert
Schnitt: Jochen Carl Müller
Buch: Falk Klennert aka Felix Kubin

vorwarts_fdj_01
Sag mir, wo Du stehst!

Im Sommer 1996 hofft die Liedertafel Margot Honecker mit der Erstellung eines professionellen Musikvideos, einen Wundbrand am Hirnstumpf westlicher Popmusik auszulösen. Mitglieder von reproducts bekunden ihre Solidarität mit diesem Vorhaben, indem sie als Darsteller in dem Clip »Vowärts, Freie Deutsche Jugend!« auftreten.

(Weiterlesen …)

English 4 U

1994
Schwarzweiß-Video, 13 Minuten
Darsteller: Haley Newman als Anne
Judith Cole als Teacher
Barbara Thumm als Dr. Krüger
James Pfaff als Passenger u.a

english4u_neu_b
„Die Umwandlung eines Aussagesatzes in einen Fragesatz
geschieht durch die Umstellung von Verb und Subjekt.‟

Fast 30 Jahre lief täglich eine der 51 Folgen des TV-Kurses English For You im Fernsehen der DDR. 1995 - 6 Jahre nach dem Fall der Mauer - produzierte reproducts die 52. und letzte Folge der Kultserie, die den Menschen die Worte für das stets Vermiedene lehrt:

(Weiterlesen …)

24.12.1991

„Nichts verkaufen, alles verschenken!‟

1991
Objekt »Alles im Griff«
DIN-A4-Plastikmappe, Text und Bilder auf auf Transparentpapier gedruckt
Auflage unbekannt, fortlaufend nummeriert

allesimgriff
»Alles im Griff« – die erste Weihnachtsaussendung von reproducts
als Dankeschön für das in die Gruppe investierte Vertrauen

„Nichts verkaufen, alles verschenken!‟, waren die letzten Worte des väterlichen Mentors der Gruppe, Dr. Reto Spuç, bevor dieser die neubezogenen Räume in der Wendenstraße 45c in Hamburg für immer verließ. Der Verkauf, auch wenn es nur ein notgedrungener gewesen war, des Objekts »Kleiderbügel« an die Deutsche BP war der Schritt vom Wege, den dieses entscheidende Gründungsmitglied nun nicht mehr weiter mit dem Rest von reproducts zu gehen gewollt war. Der Pesthauch der Kommerzialisierung wehte für ihn durch die Flure und machte die Zürckgebliebenen tief betroffen.
Als Ablass in eigener Sache oder Ausräucherung, je nachdem wie christlich-religiös oder pantheistisch-spirituell man die Sache nimmt, entschließt sich die Gruppe, statt etwas zu verkaufen (was doch eigentlich ohnehin nie beabsichtigt gewesen war), allen geschätzten Wegbegleitern und Mitstreitern etwas zu schenken! Die Abschrift einer Folge des Kinder- und Jugendmagazins Wie wär’s – Hobbys und Basteltips: Photographieren – aber richtig! (1987 im Nachmittagsprogramm von DDR1 gesendet) auf Transparentpapier gedruckt geht als Weihnachtsgeschenk in die Welt hinaus.
Wie sich später herausstellte eine geradezu mystische Vorahnung. Von der Sendung existiert weder im Deutschen Rundfunkarchiv noch in einem der sonstigen TV-Archive eine Kopie. Bis auf diese eine, verschneite VHS-Kopie im reproducts-Archiv …

(Weiterlesen …)