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Die Soziale Plastik Fernsehfriedhof.de findet seit 2017 in Zusammenarbeit mit Abteilung DG in der Z-Bar, Berlin-Mitte statt. Es ist die Wiederauferstehung des Fernsehmuseums, das zwischen 1998 und 2012 monatlich in der Kurzfilmagentur Hamburg und Berlin stattfand. Zweck ist das gemeinsame Schauen und Analysieren von Artefakten aus der Fernseh-Vergangenheit -Gegenwart und -Zukunft.


Wessifizierung durch Fernsehen

TV-Lektionen für eine Gesellschaftstransformation
Teil 1: Ratgebersendungen

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 3. Juni 2019, 20 Uhr

wessifizierung

30 Jahre „Wende“ – eine Generation ist vergangen … Die Soziale Plastik Fernsehfriedhof.de nimmt dies als Anlass für eine Reise zurück zu den Anfängen, als gewiefte Marktwirtschaftshasardeure den passiven Planwirtschaftsaktivisten gezeigt haben, woher der Wind weht. Aber wie sollten die armen, unerfahrenen Zonis da ahnen, dass sie sich mit der D-Mark neben Echtpelzkrägen, Autos und Fernreisen auch jede Menge Ärger, Müll und menschliche Niedertracht einhandeln?! Tutorials auf YouTube gab es noch nicht – und so schlug noch einmal die Stunde des Fernsehens, das die Neu-Bundesbürger an die Hand nahm, ihnen zeigte, wie man Kiwis richtig isst, warum man aufpassen muss bei Unterzeichnung von Verträgen und wie man sich am Strand richtig anzieht. Oder das magische Auge erzählte zum Einschlafen über den Kreditraten-Plänen wundervolle Märchen – zum Beispiel wie ein Ossi sogar mal eine West-Fernsehshow leiten darf! Pures Fernsehgold! Und genau das wird die Soziale Plastik Fernsehfriedhof.de in den nächsten Sitzungen wieder funkeln lassen …

Horror Show

Der Fangschuss für EWG

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 1. April 2019, 20 Uhr

kachelmann

Jörg Kachelmann ist eine streitbare Figur – unbestritten ist, dass er den höchsten Respekt verdient für sein Durchhaltevermögen, das er in der Rettung seines guten Namens bewiesen hat. Und seit 2019 moderiert er sogar wieder bei Riverboat mit! Anlass genug, noch einmal genauer ins Archiv zu schauen. Und dann wird klar: All diese Anstrengungen in Gerichtssälen und Medien aller Art machen nicht ungeschehen, was damals – im Jahre 1999 – passiert ist. Kurz vor der Jahrtausendwende und der Implosion aller Windows-Rechner im Sender wollte der Hessische Rundfunkt die „große Samstagabend-Show“ wiederbeleben, hatte dazu jedoch fatalerweise einen Rettungssanitäter mit dem schwarzen Daumen bestellt: JBK ohne „B“. Eben jener Jörg Kachelmann, der vor allem als Wetteransager bekannte Moderator, sollte die Über-Show des Über-Showmaster Kulenkampff Einer Wird Gewinnen relaunchen. Dazu trommelte der HR offenbar das längst verrentete Team aus den 60ern zusammen, um eine Spielshow zu inszenieren, wie man sie noch nie gesehen hatte. Das wurde dann allerdings eine Show, die niemals jemand sehen sollte. Eine solche Kaskade an Peinlichkeiten und Obszönitäten war eigentlich nicht sendefähig und verschwand sofort im Giftschrank. Doch irgendwie landete eine VHS-Kopie ohne Absender im reproducts-Briefkasten. Wir betrachten das als Bildungsauftrag für eine Soziale Plastik der Sonderklasse im Rahmen des Fernsehfriedhof.de.

Wir fordern aber die Teilnehmer der Sozialen Plastik schon jetzt auf – nicht wie Kachelmann damals nach der haltlos überzogenen Sendung das Studiopublikum, doch bitte in die Blumenrabatten des Sendergeländes zu urinieren – NICHT in das Blumenbeet vor der Z-Bar zu pullern. Danke.

¡ABRAKADABRA!

von Trash-TV zu Fernsehgold
… eine wundersame Verwandlung

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 7. Januar 2019, 20 Uhr

abrakadabra

Es war ein einmal … im Jahr 2017, da lief eine „neue“ Krimiserie an, bei der man wieder einmal herzzerreißendes Mitleid mit den Fernsehschaffenden in Deutschland bekommen konnte. X-mal hatte man das schon gesehen, diese bemühte Mischung aus Monk und Dr. House und Sherlock und ihrem Vorfahren Fitz – diesen … nennen wir ihn hier mal „Professor D“. Ein frankensteinsches Ermittler-Monster in Miniaturausgabe, dem leider nur jeder lebendig-kreative Funke fehlte. Pure Sendezeitverschwendung und nicht einmal der namenlosen Urnenfeld-Bestattung auf dem Fernsehfriedhof.de würdig. Doch dann passiert etwas Unglaubliches! Der Autor der Serie wird gewechselt und plötzlich wird dieses Abziehbild eine dreidimensionale Figur mit glaubhafter Tiefe. Und obendrein bewahrheitet sich wieder einmal der Satz, dass jede Kette so stark ist wie ihr schwächstes Glied. So wirkt die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers auf einmal wieder, wie von ihm gewohnt – als Sidekick von Pastewka oder Engelke: grandios. Die Idee ist endlich eine Figur geworden. Genauso erstaunlich wandelt sich deren Umgebung: Kamera, Schnitt, Musik-Einsatz sind nun von mitunter epischer Wucht. Alle Beteiligten sind mit den neuen Büchern immens gewachsen. Lange nicht gesehen im deutschen TV! Diese Macht der Autoren kann man nicht oft genug betonen. Hier werden die Weichen gestellt. Die Soziale Plastik des Fernsehfriedhof.de lädt daher ein, Zeuge zu werden, wie im Jahr 2018 ein Alchemistentraum wahr wurde. Und das soll uns ein goldenes Menetekel für das Fernsehjahr 2019 sein!

Krëëpy Ëastgërman Pïkturës

DDR-Darstellungen im englischsprachigen TV

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 3. Dezember 2018, 20 Uhr

ddr

Bei Mission Impossible bzw. Kobra, übernehmen Sie! – Kult-Klassiker der späten 60er und Vorlage für die Kinofilme – genügte es, dass an den Wänden des vorgeblichen Ostberlins Schilder mit möglichst vielen Ks, Ös, Üs und Äs auftauchen, um dem polyglotten amerikanischen Zuschauer sofort zu signalisieren, dass wir uns in Deutschland befinden. Das hart wie Hacken knallende K und die Umlaute liegen im englischsprachigen Raum bis heute auf dem gleichen hohen Klischee-Level wie das Konterfei Hitlers oder bajuwarische Beinkleider an zipfelmützigen Bierkrugstemmern. Soooo German! Weil das sehr lustig anzuschauen ist, zeigt die Soziale Plastik des Fernsehfriedhofs einen dieser Ausflüge hinter den Eisernen Vorhang jeder Vorstellungskraft.

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Zufall oder Programm

Die Vergangenheit von Zukunftsvisionen

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 5. November 2018, 20 Uhr

computervisionen

Als der Mensch den Computer erfand, ging es von Anfang an nicht nur um die Erleichterung der Erbsenzählerei von Schlotbaronen und Pfennigfuchsern. Vielmehr träumte man davon, aus den Ariadnefäden der Vergangenheit ein Muster für die Zukunft weben zu können. Zwei Fiction-Dokus und ein Abenteuer von Dr. Kimble auf der Flucht zeigen uns drei verschiedene TV-Träume der letzten 40 Jahre aus der Welt von gestern für die Welt von morgen vor, die heute schon Vergangenheit ist.

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Kunst im Fernsehen

… von Nahem betrachtet …

Fernsehfriedhof.de - Z-Bar Berlin - 7. Mai 2018, 20 Uhr

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Kunst interessiert und fasziniert die Menschen seit der Höhle von Lascaux, als das Fernsehen noch aus Finger-Schattenspielen an Höhlenwänden bestand. Kein Wunder also, dass sich das uns bekannte Fernsehen immer wieder mit dem Thema Kunst beschäftigt. Aber es sind nicht die Magazinsendungen, die hier im Fokus stehen, sondern die etwas elaborierteren Versuche, diesem Mysterium auf die Schliche zu kommen. In der sozialen Plastik FERNSEHFRIEDHOFE.de werden darum diesmal ein paar ältere Gebeine exhumiert. Da wären zunächst die Waltons, die in ihrer epischen Saga praktisch jedes Thema abgebildet haben. Diesmal will Olivia Künstlerin werden. Aber verträgt sich das mit dem Alltag in Waltons Mountain? Vielleicht hätte sie vorher Peter Lustigs „Löwenzahn“ sehen sollen, wo ihr in 20 Minuten gezeigt wird, wie man Künstler wird. Oder wäre es vielleicht in einer Parallelexistenz als Großfamilienmutter und Aquarellista in der poshen Kunstszene möglich gewesen? Dann hätte ihr Rudi Carrells „Lass Dich überraschen“ ebenso eine „echte“ Ausstellung organisiert, wie das der Wunschtraum der Kandidatin dort ist. Mit allem Drum und Dran – sogar einer Vernissage mit echten VIPs! So viel Träumerei und Fiktion verlangt eine Brechung: Die gibt uns der Realitätflash in Form der Rede von Wolfgang Schäuble vor dem deutschen Bundestag anlässlich der Frage, ob der Reichstag in Berlin nun von Christo verhüllt werden darf oder nicht …

loewenzahn