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Rechteklärung

1996
Briefwechsel bzgl. »Todesboten«

brief

Die Anfragen für eine Ausstrahlung von reproducts-Filmen im Fernsehen häufen sich. Besonders im Fall von »Todesboten« ist die Voraussetzung dafür die Klärung der Rechtslage. Neben der Produktionsfirma hat das letzte Wort in dieser Angelegenheit der Schöpfer vom Kommissar – Herbert Reinecker. Der obige Brief kam postwendend nach der Zusendung einer Videokopie an die Gruppe zurück.

24.12.1991

„Nichts verkaufen, alles verschenken!‟

1991
Objekt »Alles im Griff«
DIN-A4-Plastikmappe, Text und Bilder auf auf Transparentpapier gedruckt
Auflage unbekannt, fortlaufend nummeriert

allesimgriff
»Alles im Griff« – die erste Weihnachtsaussendung von reproducts
als Dankeschön für das in die Gruppe investierte Vertrauen

„Nichts verkaufen, alles verschenken!‟, waren die letzten Worte des väterlichen Mentors der Gruppe, Dr. Reto Spuç, bevor dieser die neubezogenen Räume in der Wendenstraße 45c in Hamburg für immer verließ. Der Verkauf, auch wenn es nur ein notgedrungener gewesen war, des Objekts »Kleiderbügel« an die Deutsche BP war der Schritt vom Wege, den dieses entscheidende Gründungsmitglied nun nicht mehr weiter mit dem Rest von reproducts zu gehen gewollt war. Der Pesthauch der Kommerzialisierung wehte für ihn durch die Flure und machte die Zürckgebliebenen tief betroffen.
Als Ablass in eigener Sache oder Ausräucherung, je nachdem wie christlich-religiös oder pantheistisch-spirituell man die Sache nimmt, entschließt sich die Gruppe, statt etwas zu verkaufen (was doch eigentlich ohnehin nie beabsichtigt gewesen war), allen geschätzten Wegbegleitern und Mitstreitern etwas zu schenken! Die Abschrift einer Folge des Kinder- und Jugendmagazins Wie wär’s – Hobbys und Basteltips mit dem Titel »Photographieren – aber richtig!« von 1987, gedruckt auf Transparentpapier und mit Abbildungen in einer Plastikmappe mit Titelblättern zusammengefasst geht als Weihnachtsgeschenk in die Welt hinaus.
Wie sich später herausstellte eine geradezu mystische Vorahnung. Von der Sendung existiert weder im Deutschen Rundfunkarchiv noch in einem der sonstigen TV-Archive eine Kopie. Bis auf diese eine, verschneite VHS-Kopie im reproducts-Archiv…

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01.05.1989

Gründung

1989, Tötensen bei Hamburg
Konstituierende Sitzung von 5 Personen

diskussionsrunde

Die anstehende Vollendung des ersten gemeinsamen Projekts, »Alles Neu« (ein Mockumercial für den Versandhauskatalog Die Moderne Hausfrau), führt zu nicht bedachten Problemen.

Die bis dahin noch namenlose Gruppe von Einzelpersonen muss eine Diskussion über den Umgang mit der Namensnennung führen. Im Laufe der Auseinandersetzung kristallisieren sich die gemeinsamen Ansätze und Absichten der Beteiligten heraus - allerdings auch die Unterschiede. Um gemeinsam reibungsfrei weiterzuarbeiten, wird ein Manifest (s.u.) formuliert, das eine Richtschnur für die Zukunft gibt. Der Name reproducts (bis 1999 RE-Products) mit dem Slogan „Vertrauen durch Sicherheit“ bedeutet den kleinsten gemeinsamen Nenner für alle Beteiligten und dient seitdem als Dach für die verschiedenen Produkte und Auftritte. Abweichende Projekte werden von den Mitgliedern unter anderen Namen veröffentlicht.

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Das reproducts-Konzept, wie es am 1. Mai 1989 in Tötensen formuliert wurde:

„Ziel von reproducts ist es, durch die Wiederverwertung oder Aufarbeitung von vorhandenem medialen Material kollektive Traumata in persönlichen Schicksalen freizulegen, um diese für eine Allgemeinheit erkennbar und erlebbar zu machen.“

2019 liest sich das in einer digitalen Unternehmensbroschüre so:

reproducts: Auf externe Anforderung oder als interne Forschungsinvestition betreibt das in seiner Art einzigartige Unternehmen seit dem vorigen Jahrtausend Medienrecycling. Herzkammer ist das reproducts-Archivlabor (ehemals analog in Tötensen, seit der Volldigitalisierung 2005 in allen Wolken), wo im konkreten Zugriff seiner autorisierten Nutzer der jeweils aktuelle Schnittpunkt einer künstlerischen Gegenwart kreiert wird, die zwischen Vergangenheit und Zukunft schwingt. Meditationen über die Technikgläubigkeit der 50er, das Nazi-Trauma der späten 60er, die talkenden TV-Beichtstühle der 90er, die computerisierte Zukunft des Kurwesens oder die kommenden Jugendtrends 22. Jahrhunderts – das reproducts-Archivlabor ist ein Generator für Momentaufnahmen im Spiegeltunnel der Wechselwirkung von Bild und Abbild, von Medium und Welt im Auge des Betrachters.

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